Rudern an einem Mittwoch Nachmittag

von Gerhild Möhring

Gefangen im Noor

Es begann wie ein ganz normales Mittwochnachmittagsrudern um 17 Uhr am DRC, wir legten mit unserem Vierer Hestholm und dem Dreier Winningmay bei angenehmem Ruderwetter ab. Nach den ersten Ruderschlägen kam die Idee auf, dass man auch mal wieder ins Haddebyer und Selker Noor rudern könne und drei Ruderinnen, die dort noch nie gerudert waren, gefiel die Idee auch.

Rudern im Noor

Wir wussten schon, dass man nur ins Noor rudern sollte, wenn das Wasser aus dem Noor herausfließt, da man wegen der Enge beim Rückweg gegen die Strömung nicht ausreichend Schwung holen kann, um mit „Ruder lang“ soweit durch die Brücke zu kommen bis man wieder rudern kann.

Also ruderten wir rüber zur Haddebyer Seite, um zu schauen, ob die Stömungsrichtung es zulassen würde, ins Noor zu rudern. Das Wasser floss zwar nicht raus aus dem Noor, es war aber derart wenig Fließbewegung zu sehen, dass es vertretbar erschien, diese idyllische Tour zu wagen.

Es war wunderschön, die Noore auszurudern und dabei die Fischreiher, Enten, Haubentaucher und Schwanenfamilien zu beobachten und total entspannt ruderten wir wieder auf den Auslass in die Schlei zu. Hinter der Biegung erblickten wir den Vierer bei dem Versuch, durch die Brücke zu kommen und uns schwante nichts Gutes. Die Strömung hatte in der kurzen Zeit unerwartet stark zugenommen. Schließlich sollte unser Boot es versuchen, doch auch wir mussten aufgeben; wir kamen zwar durch die Brücke, aber die ungleiche Strömung drängte uns ins Schilf und wir hatten keinen Raum, um mit Rudern dagegen zu arbeiten. Beide Mannschaften ruderten zurück ins Noor, um gemeinsam zu überlegen, wie wir aus dieser misslichen Lage herauskommen konnten, zumal die Dämmerung nahte. Schließlich half nur eins:

Anlegestelle, die Helfer im Hintergrund

Wir mussten dort am schmalen, steinigen Strand des Haddebyer Museums anlegen, die Boote aus dem Wasser holen, über einen teils matschigen, grasbewachsenen Weg und Asphalt bis zur Haddebyer Kirche tragen, mit den Booten die B76 überqueren, um sie am Strand des Campingplatzes in die Schlei zu setzen! Welch eine Aussicht – aber was half‘s, wir hatten uns die Suppe eingebrockt, nun mussten wir sie auslöffeln….

Das Anlegen am Strand war wegen der im Wasser liegenden Steine anstrengend und schmerzhaft für unsere nackten Fußsohlen, da wir die Boote ja nicht an Land ziehen konnten, sondern herausheben mussten. Nachdem wir die Boote schließlich auch noch über die steile Kante gehievt und dort ins Gras gelegt hatten, freuten wir uns, Hauke zu sehen, den Angelika per Handy um Hilfe gebeten hatte.

Überquerung B76

Beim ersten Erkundungsgang zum Schleistrand nahmen wir gleich unsere Skulls, Abdeckungen, Steuer, etc. mit. Unterwegs sprach unsere kommunikative Maren noch zwei junge Leute in Wikingertracht an, die auf dem Campingplatz Urlaub machten und uns nun auch noch tatkräftig unterstützten – beim Tragen, beim Überqueren der B76, beim Öffnen der Schranke am Campingplatz und beim Einsetzen der Boote. Während wir losruderten, erfragten wir noch ihre Namen und luden sie ein, uns mal beim DRC zu besuchen - Sandra und Justin ein ganz großes DANKESCHÖN von uns an dieser Stelle! Wir durften auch ein Foto mit ihnen zusammen machen, um unser Erlebnis noch nachhaltiger in Erinnerung zu behalten.

Wir haben unsere Lektion gelernt ;-)

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